Spielzeugmuseum im Havelland

Eine Reise in die Kindheit

Kinderbuchmuseum im Havelland

Im Juli 2020 wurde das neue Kinderbuchmuseum von Schloss Kleßen eröffnet. Es lädt ebenso  wie das benachbarte Spielzeugmuseum zum Eintauchen in die Kinderwelt vergangener Zeiten und zum Vergleich mit der heutigen ein.

Präsentiert werden Kinderbücher aus der Sammlung Thiedig (Berlin) mit eindrucksvollen Exemplaren aus den Anfängen des Bilderbuchs wie dem „Orbis sensualium pictus“ (1714) des Johann Amos Comenius. Gezeigt werden aufwendige Verwandlungsbücher eines Lothar Meggendorfer, der 1878 mit einer ausgeklügelten Papiermechanik, mit beweglichen Bildern unterhielt. Präsentiert werden auch Jugendstil-Bilderbücher mit den zauberhaften Illustrationen von Ernst Kreidolf, von Elsa Beskow, Gertrud und Walther Caspari sowie Bilderbuch-Klassiker wie „Peterchens Mondfahrt“ bis zu künstlerisch anspruchsvollen west- und ostdeutschen Produktionen der Nachkriegszeit. Auch ABC-Bücher und Fibeln aus rund 200 Jahren gehören zum Bestand.

Die bunte Schau ist nicht nur eine Augenweide, sie informiert auch über die sozialen und gesellschaftlichen Voraussetzungen der Kinderbuchproduktion.

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Aschenputtel "Aschenputtel" von Gertrud Caspari 1921

Sonderausstellung 2021
„Unterwegs im Anderswo.
Über Märchen und Märchenbücher“

 

Mit Kinderbüchern aus der Sammlung von Hans-Jürgen Thiedig (Berlin) gibt das Kinderbuchmuseum von Sonntag, dem 8. August, an einen Überblick über knapp zweihundert Jahre der Märchenbuch-Produktion.

Dabei werden Märchen in Erinnerung gerufen, die Anstrengungen derjenigen beschrieben, die Märchen gesammelt und aufgezeichnet haben, Autoren und Illustratoren vorgestellt und Wege in das Labyrinth der Deutung von Märchen aufgezeigt. Die Ausstellung bietet damit Anregungen zu einer bewussten Auseinandersetzung mit Märchen, die, weil Märchen so selbstverständlich zu unserer Kultur gehören und weil sie gewöhnlich der Lebenswelt des Kindes zugeordnet werden, oft vernachlässigt wird. Ausgestellt wird eine Reihe rarer deutscher Volksmärchen-Bücher wie Franz Graf von Poccis Blaubart (1845), ebenso seltene Kunstmärchen-Bücher der Romantik, Gustav Dorés Rotkäppchen-Illustrationen (1862), die zu den berühmtesten Darstellungen dieses Märchens gehören, und vom Jugendstil geprägte Märchenbücher wie von Gertrud Caspari. Dargestellt wird auch, wie die einzigartigen, zwischen 1907–1909 entstandenen Illustrationen Otto Ubbelohdes den Märchen der Brüder Grimm den Weg in die japanische Kultur geebnet haben.

Ein Highlight der Schau ist das Märchenbuch, das Marie Bruns-Bode um 1925 für ihre eigenen Kinder geschrieben und illustriert hat. Die erstgeborene Tochter Wilhelm von Bodes, des Generaldirektors der Berliner Museen, gibt mit ihrem bislang unveröffentlichten Kinderbuch über eine Puppengesellschaft einen Einblick in das Familienleben des Berliner Bürgertums.

Dass Märchen für viele Menschen auch heute noch Bedeutung haben, beweisen Märchen und Mitteilungen über Märchen, die Museumsfreunde und -freundinnen aus Brandenburg und Berlin eigens für diese Schau geschrieben und für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben. Welches Märchen für ihr Leben Bedeutung hat, darüber berichten auch 35 Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, die heute in Rheinland-Pfalz leben. Mit der Vorstellung dieses Volkshochschulprojekts möchte das Museum zur Nachahmung anregen.

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Kontakt
Spielzeugmuseum im Havelland e.V./Kinderbuchmuseum
Schulweg 1
14728 Kleßen-Görne
Telefon: 033235.1536
E-Mail: kontakt@kinderbuchmuseum-havelland.de

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